3 S for Success at the Eurovision Song Contest

After publishing the biggest book to date about the Eurovision Song Contest, more and more journalists start to ask me how to design a successful ESC entry. First of all you need somebody in the core team at the TV station who has intuition for Eurovision (Germany’s NDR had such a guy: Stefan Raab). Best would be to have not only one, but two or three persons of that kind who are involved in the entire selection process. It is possible to turn a nation into a more successful one!
And what do we have to do? To search for the 3 S for success:
(S)ong
A composition that is (amongst other things) instantly pleasing to the ear, is superficially not too complex / surprising and is embedded in an arrangement full of zeitgeist.
(S)inger
A performing artist who is not only singing a song, s/he has to embody it.
(S)how
An outer packing that transports song and singer adequately.
It’s that „simple“. We are here to support interested TV stations: Song Contest Consulting of the creative company Traumsieberei. 12 points to all of you, Mario Lackner

EBU-Generaldirektorin droht Ukraine

Genf / Kiew / Moskau. »Ich bedaure zutiefst, dass der ESC zu politischen Machtspielen missbraucht wird[.] Der Eurovison Song Contest soll Millionen Menschen erfreuen und zusammenbringen, er darf nicht dazu benutzt werden, sie gegeneinander aufzuhetzen« wird Ingrid Deltenre vom schweizer Medium Blick am Abend zitiert.

Aber das ist noch nicht alles, was die Generaldirektorin der Europäischen Rundfunkunion (nicht nur) an die Adresse der Ukraine ausrichtet, die heuer den ESC in Kiew organisiert. Deltenre droht sogar mit einer Sperre der Ukraine für die folgenden Jahre, falls sie der russischen Vertreterin die Einreise verwehren sollte.

Damit positioniert sie sich und damit die EBU klar wie kaum zuvor. Beim ESC wurde auch in der Vergangenheit immer wieder politisches Kleingeld gewechselt, jedoch stand bis dato nie im Raum, dass ein Gastgeberland einer nominierten Teilnehmer*in den Auftritt verbietet. In jedem anderen Land der Welt wäre Julia Samoilowa unbescholten – die ukrainische Gesetzgebung erklärt sie aber zur Kriminellen, weil sie auf der Krim-Halbinsel aufgetreten ist, die die Ukraine 2014 an Russland verloren hat.

Ich finde es gut, dass die EBU bei diesem russisch-ukrainsichen Kleinkrieg auf Staatssenderebene nicht zusieht, wie die Werte der Eurovision mit Füßen getreten werden, sondern klar Stellung für künstlerische Freiheit und transnationales Miteinander bezieht und gegen egomanisches Politisieren ihres alljährlichen Pop-Spektakels auftritt. Falls die Ukraine einlenkt, wird man schlussendlich auch sehen, wie ernst es Russlands Kanal 1 mit der Nennung von Julia Samoilowa gemeint hat und sie tatsächlich im Mai im Rollstuhl sitzend ihr dünnes Liebesfriedensliedchen in Kiew trällern wird…

meint Mario Lackner, Song Contest Consulting

„Italy will win in Kiev!“

– that’s what our intuition for Eurovision tells us already long before all 43 entries have been announced. A song instantly to remember with a charismatic singer who has the will and the grin to win plus a show that entertains even in the third minute of the song (which can be a very very long minute if the refrain is repeated over and over again like in Estonia’s „Verona“)…

We congratulate RAI to her great winner of the Festival di Sanremo 2017 Francesco Gabbani with „Occidentali’s karma“ and have a look at the very sophisticated lyrics! A very decent successor to Jamala and „1944“. Tanti auguri, Italia and see you next year in Rome? Milan?? San Remo??? Wherever!

Neues SongContest-Buch ab sofort vorbestellbar!

ODRGMzc3RjEtQ0VEMy00RkQwLTkxREQtOTAxMEVGMzUzNzA3;jsessionid=4A29396405A70EFC24E4A3C8F2B8D71E-n4.jpgMario Lackners insgesamt 7. Buch erscheint Anfang Mai und kann ab sofort überall im Buchhandel und direkt beim Verlag Berger vorbestellt werden. Wir wünschen interessante Lektüre und 12 points to all of you!

2015 feierte Wien den 60. Eurovision Song Contest – das größte jährliche TV-Ereignis der Welt. 2016 jährt sich die erste Austragung des unvergleichlichen Musikfestivals zum 60. Mal. Wer und was bis dato gewonnen hat, kann online mit ein paar Klicks und Wischbewegungen nachgelesen werden. Aber warum siegten Conchita, Lena, Nicole & Co.? Wieso sind in den letzten Jahren Schweden und drei Ostländer so erfolgreich? Und: Gibt es vielleicht eine geheime Siegesformel beim Grand Prix Eurovision?

SongContest-Consulter Mario Lackner lüftet in diesem kurzweiligen Reader das lang gehütete Geheimnis einiger weniger, die sich wirklich auskennen: Dreifachsieger Johnny Logan, Conchita-Mitentdecker Markus Spiegel, ESC-Kennerin Karin Pointner u.v.a.m. Sie teilen mit uns Know-how und Intuition für die Eurovision. Die ideale Ergänzung zum ESC-Standardwerk Friede, Freude, Quotenbringer und der Dokumentation Österreichs Triumph 2014 „Conchita Wurst – backstage“.

Weitere Infos im Facebook unter Song Contest Consulting und Das SongContest-Buch.

The Strongest ESC Entries 2016

Vienna, 28/3/2016. Of course without a) knowing the show concepts and b) experiencing the live rehearsals of all 43 entries it is rather unprofessional to talk about winning chances. So today, I do not foretell the Eurovision Song Contest 2016’s result, but I am presenting the 9 strongest song/singer packages according to my intuition for Eurovision and the actual betting odds, following the 12 minutes long recap below:

00:14 SWEDEN …2nd place in the betting odds to win the ESC 2016

01:57 ISRAEL

03:06 UKRAINE …4th in the betting odds

03:57 FRANCE …6th in the betting odds

06:32 SERBIA …9th in the betting odds

11:08 RUSSIA …1st in the betting odds

12:17 AUSTRALIA …3rd in the betting odds

escBuch - Mario Lackner mit Buchkoffer (c) Dewayne Barkley

photo by Dewayne Barkley

The Vienna12Points blogger Mario Lackner does Song Contest Consulting and is author of three ESC related books: Conchita Wurst – backstage, „Friede, Freude, Quotenbringer #60JahreSongcontest and So gewinnt man den ESC! (to be published on 2/5/2016 at Verlag Berger)

Interview mit Johnny Logan

ESCbuch - Johnny Logan (c) ANEFO

Johnny Logan mit „What’s another year“ beim ESC 1980 (Foto: ANEFO)

Voilà die deutsche Übersetzung des aktuellen Interviews mit Johnny Logan für das SongContest-Buch „So gewinnt man den ESC!“ – überall im Buchhandel und direkt beim Verlag Berger bestellbar.

Wie fühlt es sich an als der „King of Eurovision“ bezeichnet zu werden?

Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht als „King“ von irgendetwas bezeichnet zu werden. Meine drei Song Contest-Siege waren große Momente in meinem Leben. Meine Verbindung mit der Eurovision ist etwas, was mich wirklich stolz macht, wegen der Songs, mit denen ich gewonnen habe. Zu der Zeit, als ich siegte, war der Song Contest eine gesellschaftlich sehr wichtige Fernsehsendung – nicht nur ein Wettbewerb. Er stellte Europas Länder einander vor. Die Eurovision war in den 80ern und 70ern eine sehr große Sache in Irland. Es ist echt ganz nett, dass sich die Leute an mich erinnern, weil die Songs immer noch erfolgreich sind, und das ist ein tolles Gefühl – 36 Jahre nach „What’s another year“ und nächstes Jahr wird „Hold me now“ 30 und es ist erfolgreicher als „What’s another year“, was schon erstaunlich ist!

Welcher deiner Siege liegt deinem Herz am nächsten?

Alle drei: „What’s another year“, „Hold me now“ und „Why me“ sind wie Kinder. Wenn die Leute sagen „Welches magst du mehr?“, dann ist das wie sich für ein Kind zu entscheiden. (lacht) Aber ich denke, wenn ich es müsste, dann würde ich sagen „Hold me now“, da bis zu jenem Zeitpunkt niemand mehr als einmal den Song Contest gewonnen hatte. Auch, weil ich es geschrieben habe, und ich lebte mit dem Song und er kam aus einem besonderen Winkel in mir. Es ist heute immer noch ein so großes Lied und ein großer Teil meines Lebens. Deshalb würde ich sagen, es war nach 1980 (da es so erfolgreich war) mein Karriere-Relaunch. Es war ein wunderbares Gefühl. www.youtube.com/watch?v=vccwzuttIQY

Wie war die Zeit nach dem Sieg mit „What’s another year“? Wie hast du dich gefühlt und wie war diese Erfahrung für dich?

Es war eine völlig lebensverändernde Erfahrung. Ich ging mit einer Band bestehend aus fünf Jungs von Irland aus auf Tournee in Europa – Paris, Berlin, London, die größten TV-Shows inklusive. Ich war die Nummer 1 in jeder Hitparade Europas. Das ging so für etwa ein Jahr. Danach kam ich auf dem Boden der Tatsachen an. Da war dann auch das Vorurteil, das bis heute existiert: die Bezeichnung als „One Hit Wonder“. Dann war noch dieses Eurovision-Etikett, was es sehr schwierig machte die Nachfolge-Platte im Radio gespielt zu bekommen, da das Image nicht ins Konzept der Sender passte. Es half mir nicht. Als ich in England von Sony unter Vertrag genommen wurde und die nächste Platte herauskam, war ein Streik und alle Musik-TV-Shows wurden abgesagt. Das ging für ein paar Monate so. PR-Arbeit, um die Platte zu promoten, war unmöglich.

„Hold me now“ einige Jahre später war dann aber ein großer Erfolg in Mitteleuropa! Es wurden über 3.000.000 Exemplare verkauft! Glaubst du, dass der Song für immer währt oder ist er das, was als Song für Europa bezeichnet wird?

Ich bin dankbar, dass dieses Lied mehr als dreißig Jahre überdauert. Ich habe gehört, dass es in Amerika gespielt wird und ich spielte es auch in den letzten zwei Wochen auf der Bühne in Wien mit der Elvis Band, James Burton, Dennis Jale & The Terry Blackwood Imperial. Nach dem Konzert kam James Burton zu mir und sagte, dass er einer der besten Songs ist, die er je von einem europäischen Künstler gehört hat. http://www.youtube.com/watch?v=qURxESCEENc

Es gibt sogar eine Fußballmannschaft in Dublin, die „Hold me now“ zu ihrer Hymne auserkoren hat…

…ja, die Bohemians, der älteste Fußballverein Irlands. Jedes Mal, wenn sie ein Tor schießen, spielen sie „Hold me now“. Ich bin bis an mein Lebensende Mitglied dieses Clubs, weil ich eine Menge Wohltätigkeitsarbeit für und innerhalb des Vereins mache.

Du warst bereits beim Song Contest im Jahr 1980 erfolgreich und dann kamst du zurück mit „Hold me now“.

Das ganze Geld von meinem ersten Eurovisionssieg wurde gestohlen. Ich verbrachte vier Jahre vor Gericht, um meinen Vertrag zurück zu bekommen. Und als ich vor Gericht fertig war, hatte ich meinen Vertrag zurück und musste einen Weg finden meine Karriere neu zu starten. Der einzige Weg, so stellte es sich heraus, war, ein zweites Mal beim Song Contest mitzumachen, mich nochmal zurück in diese Situation zu versetzen. Ich tat es auf große Art und Weise mit dem wahrscheinlich besten Song. Du weißt, er ist einer der besten Songs für die Eurovision.

Wie wahr! Dann hast du „Why me“ geschrieben, für Linda Martin, richtig?

Ich schrieb „Why me“ sogar als Follow-up für mich selbst. Ich wollte es als Platte rausbringen. Ich spielte es Warner Records in Deutschland vor. Mir wurde gesagt, nicht von der Plattenfirma, sondern vom Management-Team dort in Frankfurt [am Main], dass es ein schönes Lied sei, aber zu persönlich, es würde nie ein Hit. Das ist der Moment, in dem du leider an Plattenfirmen zweifelst. Es sei zu emotional! (seufzt) Ich weiß nicht, wie man so etwas tatsächlich nach Songs wie „I will always love you“ sagen kann! Die erfolgreichsten Lieder sind für mich die, die die Herzen der Menschen berühren. Es war auf eine Art logisch, es aus der Schublade zu holen und für Linda zu adaptieren. Es war ursprünglich viereinhalb bis fünf Minuten lang. Ich arbeitete es auf drei Minuten um, veränderte einige Textzeilen, um die besungene Frau zu einem Mann zu machen. Und das war nach Wunsch von Louis Walsh, der Lindas Manager war und mein Agent und seit 17 Jahren mein Freund jenseits der Bühne. http://www.youtube.com/watch?v=8EakbBFYwDY

In den 80ern und 90ern war Irland sehr erfolgreich, aber seit der Jahrtausendwende fehlt es an Top-Platzierungen. Was denkst du, an was fehlt es in den irischen Vorentscheidungen?

In Wirklichkeit entdeckte das irische TV-Unternehmen RTÉ, dass es mit Telefonanrufen und SMS-Voting Geld aus dem nationalen Song Contest machen könnte. Sie verwandelten ihn [den Vorentscheid] in etwas, das sie Eurosong nannten. Am Ende hatten sie, sagen wir, zwei Sänger*innen im Finale – und keine Lieder. Sie stellten den Wagen vor das Pferd. Sie fanden den/die Sänger*in und sie hatten für sie keine Lieder. Und dann verloren sie ihre Nordung komplett, und sie haben sie immer noch nicht wiedergefunden. Es wird in Irland nicht in Song-Schreiber oder junge Künstler*innen investiert. Da steht die Eurovision ganz generell heute: Es hat sich vom Eurovision Song Contest, den ich gewann, zu einer Art europäisches X Factor oder Pop Stars hinbewegt. Ich denke, das ist repräsentativ dafür, wo die Musikindustrie heute steht.

Welchen Musikstil vermisst du beim Song Contest derzeit?

Ich vermisse die Orchester, weil ich finde, dass es mit den Orchestern eine gewisse Eleganz hatte. An das Orchester war eine gewisse Glaubwürdigkeit gebunden, die Tatsache, dass die Musik live gespielt wird. Es gab der Veranstaltung auch eine gewisse Stimmung eines [besonderen] Anlasses. Wenn man nun ein Orchester hätte, wäre man nicht zu seinem Einsatz gezwungen. Man könnte auch eines vom Band haben. Das ist auch eine schöne Sache. Das Orchester gibt einem viel mehr ein echtes Gefühl. Es würde ihn [den Song Contest] von dieser X Factor / Pop Stars-Sache wegbringen. Er ist die einzige TV-Show, die weder Rock- noch Charts-orientiert ist. Es ist mehr für Leute, die TV-Shows, den Wettbewerb lieben. Es ist ziemlich traurig, dass sie [die EBU] kein Orchester zulassen. Es ist eine so große TV-Show, es sollte erlaubt sein.

ESCbuch - Johnny Logan (c) Manfred Baumann

Johnny Logan heute (Foto: Manfred Baumann)

Welche Ratschläge würdest du hoffnungsvollen Kandidat*innen mitgeben, die versuchen in deine Fußstampfen zu treten (wie dem heurigen Vertreter Irlands Nick Byrne)?

Konzentriere dich auf dich selbst und vergiss alle anderen! Konzentriere dich auf das, was du tust. Mache die bestmögliche Arbeit. Ich habe schon zu Nicky gesprochen. Ich habe Nicky einen Text geschickt, nachdem ich wusste, dass er in den Wettbewerb einsteigt. Ich wünschte ihm Glück und ich wünsche ihm wirklich Glück. Ich denke, dass zumindest das Video, das er gemacht hat, viel cooler ist als die TV-Show, die sie zur Teilnehmerauswahl verwendet hatten. Es tut mir aber leid für die Künstler, Texter*innen usw., dass es ihnen heuer nicht erlaubt war am Auswahlprozess teilzunehmen. [Statt einem auf RTÉ ausgestrahlten Vorentscheid wurde 2016 der irische Beitrag senderintern ausgewählt – Anm. d. Übersetzers] Die Präsentation des Songs ist zum ersten Mal seit vielen Jahren sehr professionell. Ich habe keine Ahnung, wie der Song abschneiden wird. Ich denke, er ist genau dort, wo die Eurovision jetzt im Moment steht. Hoffentlich macht er sich gut. Er [Nick] ist ein gut aussehender Bursch und es ist überhaupt kein schlechter Song. Es ist eine Verbesserung zu dem, was wir bis dato machten. […]


Du hast an kleinen Orten ebenso gesungen wie in großen Hallen. Wo ziehst du es vor aufzutreten?

Ich liebe es einfach zu singen. Es spielt keine Rolle, ob ich in einer kleinen Bar oder für eine Million Menschen am Brandenburger Tor singe. In meiner Band sind alle Dänen und zu meinen Lieblingsmomenten in diesen Tagen gehört es mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Und ich liebe immer noch das Aufnehmen [von Songs], ich liebe es zu schreiben und den gesamten Prozess. Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Ich liebe das Singen.

Was denkst du, macht eine Künstler*in bei der Eurovision vertrauensvoll?

Ich denke, Ehrlichkeit. Ich möchte glauben, dass, als mich die Leute singen sahen (bei den Song Contesten, die ich gewonnen habe), sie mir in die Augen sahen und wussten, dass sie wirklich das fühlten, von was ich sang. Sie gingen mit mir auf dieselbe Reise. Sie glaubten mir.

Im vergangenen Jahr stieß Australien zur  Party hinzu. Wenn dich der dortige Sender SBS bitten würde einen Song für sie zu schreiben…

Ich bin Ire. Ich wurde zwar in Australien geboren, aber wir haben in Irland ein Sprichwort: „Nur weil du in einem Stall geboren wurdest, macht dich das noch nicht zu einem Pferd“. Ich habe für Irland komponiert und gesungen. Das ist, wo meine Loyalität gilt.

Wo schaust du heutzutage den Eurovision Song Contest?

Normalerweise bin ich die ganze Zeit auf Tour. Ich habe große Fans hinter den Kulissen des nationalen Song Contests, wie die Künstler und Regisseur*innen. Da werde ich angerufen und sie fragen mich „Kannst du dir dies anschauen? Kannst du dir jenes anschauen?“ und „Lass uns wissen, was du davon hältst!“ Wenn ich nicht auf der Bühne bin, finde ich es sehr schwer zuzuschauen. Jetzt werden die Leute sagen: „Aber du hast gewonnen!“ Ja, aber bis du gewonnen hast, weißt du nicht, wie es sich anfühlt zu gewinnen. Es ist etwas, das wirklich für immer herausragt.

Im nächsten Jahr feierst du 40 Jahre als professioneller Sänger. Gibt es eine Frage, die du gerne beantworten würdest, aber noch niemand gefragt hat?

„Glauben Sie, werden Sie singen, bis an dem Tag, an dem Sie sterben?“ Ich denke, die Antwort würde lauten: „Ja.“ (lacht)

Die Abschaffung der Sprachenregelung 1999…

Das Feld sollte für alle Platz bieten. Niemand sollte auf seine eigene Sprache beschränkt werden. Ich meine, Suaheli könnte gut für den Song Contest sein.

Die Beiträge von Russland 2014 („Shine“) und 2015 („A million voices“) waren…

…eine andere Abteilung: Es ist wichtig, dass Musik etwas sein sollte, was die Welt genau in dem Moment teilt. Es sollte nicht um Politik gehen.

Conchita Wurst ist…

…eine ausgezeichnete Sängerin. Sie war eine würdige Siegerin. Ich mache keinen Unterschied bei Menschen wegen ihrer Sexualität oder der Wahl ihrer Kleidung. Es stört mich nicht im geringsten. Menschen sind Menschen. Aus der Sicht der Lesben- und Schwulencommunity [gay community im Original – Anm. d. Übersetzers] war es schön, dass der Song in vielerlei Hinsicht für die Lesben- und Schwulencommunity sprach. Das war sehr nett. Das war ein Teil des Songs, der Menschen wie mich anspricht, die Menschenrechte unterstützen.

Die Dominanz der schwedischen Song-Produzent*innen ist…

Ich denke, die war schon immer da. Das Level an Songwritern und das Niveau der Produktionen war immer schon hoch. Es ist keine Überraschung in der Musikindustrie. Schweden nimmt den Song Contest sehr ernst, sogar die nationale Auswahl. Und ich glaube, sie werden dafür belohnt.

Möchtest du abschließend noch irgendwelche Ratschläge mit unserer Leserschaft teilen?

Da sind immer viel mehr Geschichten über Menschen und ihre Leben als Gerüchte. Wenn Sie ein Buch über den Song Contest zu lesen bekommen, erhalten Sie viele verschiedene Ansichten und Meinungen über den Song Contest. Ich hoffe, dass, wenn die Leute ihn schauen, sehen können, was er ist und nicht, was er sein will. Der Song Contest ist ein sehr leichtes Ziel, um ihn herabzusetzen. Es ist sehr einfach sich von den Seitenlinien aus überlegen zu fühlen. Wir haben ein Spruch in Irland: „Der beste Fußballspieler ist immer der an der Seitenlinie und nie der am Spielfeld„. Ich denke, dass trifft auf den Song Contest zu. Wenn die Leute das Buch lesen, sollten sie erkennen: Wir sind Momente. Die Eurovision ist größer als das.

Die Wirklichkeit ist doch Realität: Wir sind alle nur ein Teil des Lebens, und wir sind Teil des Eurovision Song Contest. Die Gewinner*innen haben Momente. Aber der Eurovision Song Contest geht über das Meer hinaus. Man kann die Auswirkungen sehen, die er auf Politik und Momente in der Zeit hat. Aus politischer Sicht ist er eine große Sache. […] Es ist ja so: es geht immer noch weiter. Wenn die Sprachen zwischen den Politiker*innen zusammenbrechen, gibt es immer noch Dinge wie den Eurovision Song Contest, die immer noch eine Art von Hoffnung in sich bergen, dass wir immer noch einen gemeinsamen Nenner finden können. Selbiges gilt für den Sport.

Das Interview führte Daniel Koch, übersetzt aus dem Englischen von Mario Lackner

EBU adopting our ideas to reform ESC voting

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Julian Nöbauer’s cover draft for Mario Lackner’s upcoming song contest book (2016)

While our chief consultant Mario Lackner is working on another song contest book, splendid news are reaching our headquaters in Vienna and Langau / Central Europe:

Once again the European Broadcasting Union (EBU) is adopting our ideas to add excitement to the voting procedure at the Eurovision Song Contest (ESC). After the announcement of all jury results one by one in the traditional and so much beloved «douze points» style the televoting results will be added in ascending order as explained in the clip below:

The only adoption missing is that Song Contest Consulting also have suggested a Pan-European televote instead of split national ones to underline the uniting basic idea of the ESC, reflected in ESC’s mottoes like Come Together (2016) – Building Bridges (2015) – We Are One (2013) and so on.

Also our first ever idea presented to EBU (only announcing the 8, 10 and 12 points) was not introduced straight forward when we proposed it to back then ESC supervisior Sarah Yuen in 2003/2004, but suddenly it was realized in Athens 2006. We are optimistic that one day the whole package of our vision of an exciting and uniting voting procedure will be delivered to more than 200 million people out there!

Further info about Song Contest Consulting via the creative company Traumsieberei OG and on Facebook.