Interview zum Buch „Friede, Freude, Quotenbringer #60JahreSongcontest“ für den Belgischen Rundfunk

BRF: Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?

Mario Lackner: Ich wurde angefragt, ob ich Co-Autor eines Buches über Österreichs Erfolg beim Eurovision Song Contest 2014 sein möchte – es heißtConchita Wust: backstage und ist wie Friede, Freude, Quotenbringer beim Verlag INNSALZ erschienen. In einem Kapitel im Conchita-Buch beschäftigte ich mich intensiv mit Österreichs Geschichte beim Contest und jetzt zum 60-Jahr-Jubiläum war es nur logisch ein Werk über alle bisherigen Teilnehmer-Nationen und zig Interviews mit Fans, Show-Verantwortlichen und Leuten aus Wissenschaft, Medienwelt und Teilnehmenden nachzuschießen.

Sie selbst sind Jahrgang 1978 – also die Hälfte der ESC-Zeit haben Sie gar nicht bewusst miterlebt, welche war Ihre erste Erinnerung an das Musikspektakel?

Meine erste Erinnerung bezieht sich gar nicht direkt auf den Song Contest, aber auf eine Musiksendung namens Die Großen 10, die in den 80ern im ORF lief. Das war 1986, der Videoclip zu Sandra Kims Siegertitel für Belgien wurde vorgestellt, in dem die Kleine zu „J’aime la vie“ ein Eis mit gefühlt 100 Kugeln schleckte, was mich als 7-Jähriger, der wenn er mal groß ist „Eisfresser“ werden wollte, natürlich faszinierte.

Wie erklären Sie sich die so lange andauernde Erfolgsgeschichte des ESC?

Dafür gibt es viele Gründe, zwei möchte ich herausstreichen: Da sind einmal die feinen Antennen, die die Verantwortlichen innerhalb der Europäischen Rundfunkunion, die den ESC veranstaltet, haben. Seit Ende der 90er zeigen die Macher der Show, wie es gelingt Tradition mit Innovation und teilweise lebensrettenden Reformen wie die Einbindung des Publikums durch Televoting zu verbinden.

Und apropos lebensrettend: Das war auch der Enthusiasmus, mit dem ab 1993 die ehemaligen Ostblock-Staaten zum Wettbewerb hinzustießen und dadurch bis heute den Traum von einem vereinten Europa alljährlich im Monat Mai zumindest für ein paar Stunden TV-Unterhaltung in Erfüllung gehen lassen.

Wie ist ihr Buch aufgebaut und für wen haben Sie es geschrieben?

Es ist ein Jubelbuch für alle, die entweder eingefleischte Fans des Musikfestivals sind, sich für die neuere Pop-Kulturgeschichte Europas interessieren und/oder erfahren wollen, was und wie sehr der Song Contest zum friedlichen Miteinander auf unserem Kontinent beiträgt. „Friede Freude Quotenbringer #60JahreSongcontest“ setzt sich auf fast 600 Seiten aus 3 Hauptkomponenten zusammen: Einer Reise rückwärts in der Zeit von Wien 2015 bis zum Start 1956, als der „Grand Prix Eurovision“ erstmals vergeben wurde. Zwischen den Jahrzehnten haben wir 50 Länder-Reportagen platziert, in denen wir die Frage beantworten, was das Erfolgsgeheimnis beim Song Contest ist. Komplettiert wird das Ganze durch die bereits erwähnten, fast 80, streckenweise sehr persönlichen Interviews, durch die wir hinter die Kulissen blicken, wie es nie zuvor möglich war.

Wie beurteilen Sie Belgien in seiner Eigenschaft als ESC-Teilnehmer?

Belgien ist ein faszinierender Sonderfall, da sich jährlich zwei TV-Sender bei der Nominierung der Beiträge abwechseln. VRT und RTBF. Bosnien-Herzegowina könnte sich ein Beispiel an euch nehmen, wie man gute Lösungen betreffend politischer Befindlichkeiten im Bereich des ESC finden könnte. Bis zur Reform der Song-Contest-Regel Ende der 90er, die besagte, dass in einer Landessprache gesungen muss, hatte die RTBF den Vorteil frankophone Beiträge schicken zu können. Heute wäre das kein Vorteil mehr, da sich Englisch endgültig als internationale Sprache des Pop durchgesetzt hat. Die RTBF reagiert seit 2013 mit Gespür für den Zeitgeist und schickt nicht nur sprachlich, sondern auch musikalisch zeitgemäße Titel in den Ring. Bestes Beispiel ist das wunderbare Song/Sänger/Show-Gesamtpaket „Rhythm Inside“. Der VRT hat jedoch noch dringend Consulting-Bedarf…

Der Sieg von Conchita im letzten Jahr war auch ein Sieg für die Schwulen und Lesben in aller Welt. Wie kommt es, dass der ESC so viele schwule Fans hat?

Der ESC hat wohl nicht mehr homo- und bisexuell liebende Fans als andere Großveranstaltungen, sie sind nur sichtbarer als beispielsweise bei Olympia oder Fußball-WMs und EMs. In der Kunst- und Kreativbranche stehen seit jeher persönliche Entfaltungsmöglichkeit und Freiheit im Zentrum – kein Wunder also, dass das Publikum in dieser Sphäre auch offener und freier ist und weniger Hemmungen hat sein wahres Gesicht zu zeigen.

Wie viele Jahre wird der ESC Ihrer Meinung nach noch überleben?

In den letzten Jahren ist es kein Überleben mehr, er pulsiert und lebt mehr denn je! Daher: So lange es Fernsehen und unterschiedliche Länder in Europa gibt, die miteinander etwas auf die Beine stellen wollen, was den Gemeinschaftssinn stärkt, wird es den ESC geben – die größte Party der Welt und wer von uns will schon aufs miteinander Feiern verzichten?

11235461_391794331020489_2770516617284543597_oFRIEDE, FREUDE, QUOTENBRINGER

#60JahreSongcontest

von Mario Lackner und Oliver Rau

erschienen bei innsalz‾

EUR 22,–

Advertisements

Herzliche Einladung zur #60JahreSongcontest-Buchpräsentation

Einladung Buchpräsentation Wien 22062015 #60JahreSongcontestDie komplette Liste unserer Gasttexter, Interview- und Gesprächspartner*innen, die alle zur Buchpräsentation eingeladen wurden, findet sich in diesem Blogeintrag! Auf Facebook und YouTube sind wir auch und selbstverständlich kann man DAS Buch zu 60 Jahre Songcontest nicht nur in (Online-)Buchhandlungen, sondern direkt beim Verlag bestellen!

Am 19./22.6. erscheinen größtes Buch ever zum Song Contest und offizielle DVD!

Der 60. Eurovision Song Contest live aus Wien ist Geschichte, jetzt folgen die offizielle DVD und das größte Buch, das jemals zum größten jährlichen TV-Event weltweit erschienen ist. »Friede, Freude, Quotenbringer #60JahreSongcontest« enthält nicht nur einen Rückblick auf den Jubiläumscontest 2015 samt Interviews mit den Macher*innen der Show, Moderatorin Arabella Kiesbauer und Christer Björkman, dem Leader des siegreichen Teams aus Schweden. Die 575 Seiten starke ESC-Bibel macht mit uns eine Zeit(geist)reise durch sechs Jahrzehnte europäischen Pop, Schlager und Chanson, sowie alle 51 bisherigen Teilnehmernationen.

Damit aber noch nicht genug!

Eine Liste von A bis Z mit allen Interviewpartner*innen für das #60JahreSongcontest-Buch findet sich unter http://url9.de/Wzc (c) Sigi Doppler

Eine Liste von A bis Z mit allen Interviewpartner*innen für das größte ESC-Buch aller Zeiten findet sich unter http://url9.de/Wzc (Foto © Sigi Doppler)

Noch nie zuvor wurden so viele Stimmen zur Bedeutung des Eurovision Song Contest für Europa eingeholt: Über 70(!) Interviews mit Wissenschaftler*, Journalist*innen, Fans, TV-Verantwortlichen, ehemaligen Teilnehmenden (darunter 18 Sieger*innen) und ein launiger Gastbeitrag von Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz machen die herzerfrischende Oberflächlichkeit und die tiefgründige Verbindungsfunktion dieser einzigartigen Veranstaltung greifbar. Eine Veranstaltung, die ab dem Sieg Dana Internationals 1998 und der fortschreitenden Vernetzung via Internet zu mehr geworden ist, als einfach ein alle Jahre wiederkehrendes, leichtes TV-Unterhaltungsprogramm…

»Ein Zeitdokument der Sonderklasse – zugleich tiefgründig und mit Augenzwinkern und Herz, wie der Song Contest selbst«, so der Verlag innsalz‾ über das Buch von Mario Lackner und Oliver Rau. Seien wir also auf den 19. Juni 2015 gespannt! Die Facebook-Seite und die YouTube-Playlist zum Buch sind jedenfalls schon recht lässig:

Über 70 Interviewpartner*innen im bisher größten Song-Contest-Buch!

11235461_391794331020489_2770516617284543597_o

Ein Zeitdokument der Sonderklasse. Erscheinungsdatum: 19. Juni 2015. Weitere Infos auf der Seite des Verlags unter edition-innsalz.at und auf fb.com/60jahresongcontest

Die Druckerpressen laufen, bis 19. Juni 2015 ist der deutsche Sprachraum versorgt: „Friede, Freude, Quotenbringer #60JahreSongcontest erscheint bei innsalz‾ – das größte Song-Contest-Buch, dass es je gegeben hat:

Zirka 580 Seiten, >70 Interviews, 60 Berichte zu 60 Jahrgängen Eurovision Song Contest, 50 Länderreports, unzählige Insiderinfos und spitze Bemerkungen durch die beiden Autoren Mario Lackner und Oliver Rau. Hier schon mal ein Blick auf ihre Gesprächspartner*innen von A bis Z, darunter u. a. ein Gastbeitrag von Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz, 18 Song-Contest-Sieger*innen, TV-Verantwortliche, Wissenschaftler und Journalist*innen und natürlich leidenschaftliche Fans:

ALBERS Frank (OGAE Germany)

AMINA (Teilnehmerin Frankreich 1991)

ASSIA Lys (Siegerin mit „Refrain“ 1956)

AUBRET Isabelle (Siegerin mit „Un premier amour“ 1962)

BAUMANN Peter (Musikproduzent, Eurovision Club Switzerland)
BEER Jürgen-Meier (NDR)
BEILER Nadine (Teilnehmerin Österreich 2011)
BILAN Dima (Sieger mit „Believe“ 2008) Read More

ESC Blog #Bearded Bitches No. 5 – Teppichstars und Wiener Dankeschön

Wie im gestrigen Blogbeitrag angekündigt, waren K wie Katinka und Märio aka San Mari(n)o gestern schwerst beschäftigt mit Party Party in Vienna!

Zuvor war jedoch Plaudern angesagt, denn K und M wurden ins Sofitel Stephansdom (das übrigens NICHT am Stephansplatz zu finden ist, wie wir seit gestern wissen…) eingeladen, um mit dem Moldawo-Ukrainer Eduard „Roman“ Romanyuta ein Gespräch für das Buch zu #60JahreSongContest zu führen. Dabei Read More

ESC-Blog #BeardedBitches No. 4 – Aufrecht gehn, Herr Co-Autor!

oliver

Oliver Rau, Co-Autor von „MUSIK STATT KRIEG #60JahreSongContest“ im ESC-Pressezentrum 2015 (Foto: traumsieberei.at)

Eure Blog-Busters Katinka und Mario sind heute derart mit Arbeiten für das größte Buch aller Zeiten über den Eurovision Song Contest ausgelastet, dass „nur“ unser kongenialer Freund Oliver Rau Zeit hatte euch mit Infos von den Proben zu versorgen!

Bühne frei für seinen heutigen Eintrag auf aufrechtgehn.de!

CLICK IT!

Und nicht vergessen, aufrecht gehn – auch nach der 20-Jahr-Feier der OGAE Austria heute im EuroFanCafé!